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Unsere wichtigste Beraterin in der Coronakrise: «Ich bin extrem beeindruckt von unseren Leuten»

UKBB Kommunikation, 20.04.2020

Als ärztliche Leiterin der Spitalhygiene ist Dr. med. Julia Bielicki während der Coronakrise eine Schlüsselfigur am UKBB. Wie erlebt die Infektiologin diese aussergewöhnliche Zeit? Ein Gespräch über den Umgang mit Risiken, den ungewohnten Spitalalltag und was nach Corona ruhig bleiben darf, wie es jetzt ist.

von Martin Bruni

Dr. med. Julia Bielicki im Gespräch über die Coronakrise - UKBB - Universitäts-Kinderspital beider Basel - Pädiatrie - Kinderheilkunde - Pediatrics - Pédiatrie - Seltene Krankheiten - Rare Diseases - Maladies Rares - Perinatal Zentrum - Perinatal Center - Centre Périnatal - Pseudocrupp - Impfungen Baby - Baby Vaccination - Vaccin Bebe

Dr. med. Julia Bielicki: «Mich überrascht, wie glimpflich wir davonzukommen scheinen. Das stimmt einerseits sehr positiv, andererseits sind wir genau deshalb in einer heiklen Phase.»

 
 

Was Daniel Koch für die Nation, ist Julia Bielicki derzeit für die Mitarbeitenden des UKBB: das Gesicht der Coronakrise. Die Infektiologin leitet die Hygienekommission des Kinderspitals und ist damit die wichtigste Beraterin der Geschäftsleitung während der Pandemie. Sie war es auch, die dem Personal als Erste bewusstmachte, dass dieses Virus ein ganzes Gesundheitssystem lahmlegen könne. Und dies Wochen, bevor sich Basel zu fragen begann, ob man die Fasnacht absagen soll oder nicht.

Seither stand Dr. med. Julia Bielicki zeitweise mehrmals wöchentlich vor versammelter Belegschaft und stellte die neuesten Erkenntnisse und Massnahmen vor. Praktisch täglich sprach sie in der «Corona Task Force» Empfehlungen aus, die zu Entscheidungen für den weiteren Betrieb führten. Und ihr Telefon klingelte bereits wieder, kaum hatte sie es wieder aufgelegt. Kurz: Ihre Expertise war gefragt wie nie zuvor.

Zum Gespräch treffen wir die vielbeschäftigte Frau an der Sonne. Wir sitzen im Innenhof des Kinderspitals an einem Gartentisch und reden, wie man in Zeiten von Corona eben miteinander spricht: Quer über die lange Tischplatte hinweg von der einen Ecke zur anderen. Noch bevor die erste Frage gestellt ist und das Aufnahmegerät läuft, sind wir schon mitten im Gespräch, mit der Feststellung, wie schwer es doch fällt, die drastischen Massnahmen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) im Alltag mit Familie und Kindern umzusetzen. «Unsere Nanny leidet extrem, dass sie unsere zwei Kinder derzeit nicht sehen darf», sagt Julia Bielicki. Ihre Kinder sind vier und anderthalb Jahre alt.

«Bleiben Sie zu Hause, treffen Sie keine Freunde und Verwandten» – Julia Bielicki, die Verhaltensregeln des BAG sind ebenso klar wie einschneidend. Gehen Sie noch auf den Spielplatz mit Ihren Kindern?

Oh ja. Ich glaube, das geht gar nicht anders. Alles andere wäre eine Tortur – für sie, aber auch für die Eltern. Man liest ja in letzter Zeit viel über häusliche Gewalt im Zusammenhang mit der Pandemie. Das ist halt auch eine Realität. Darum finde ich: Klar, man muss die geltenden Massnahmen einhalten, Abstand wahren und nur zu einem kleinen, stabilen Kreis von Personen Kontakt haben. Aber man muss auch raus mit den Kindern. Zudem dürfen wir ja langsam davon ausgehen, dass die Massnahmen, wie sie ergriffen wurden, tatsächlich greifen.

Sie arbeiten seit Wochen sehr intensiv, die Nanny fällt weg...

… zum Glück hat sich mein Mann als hervorragender Hausmann entpuppt! (lacht) Im Ernst: Wir bringen unseren Sohn dann doch auch in den Kindergarten. Für Eltern in systemrelevanten Berufen ist das ja immer noch möglich. Ein grosses Privileg, auch für unsere Kinder.

Wie gehen Ihre Kinder denn mit der Situation um?

Selbst wenn sie das alles nicht wirklich verstehen, ist es schon eine sehr spezielle Zeit für sie, oft auch verwirrend. Also mein Sohn redet immer wieder vom «Virus» und davon, was man jetzt nicht mehr tun dürfe. Er wäscht sich brav die Hände und niest sogar in die Ellbogen, wenn er dran denkt. Schon ein verblüffendes Verhalten für einen Vierjährigen, oder nicht?

«Man neigt in einer solchen Lage dazu, zu meinen, man müsse immer das Maximum von dem machen, was theoretisch möglich wäre. Das ist jedoch weder praktikabel noch sinnvoll.»

Verwirrend ist die Situation zuweilen auch für uns Erwachsene, selbst im Spitalbetrieb. Greifbar wurde dies etwa, als wir am UKBB die Maskenpflicht einführten, und es dann plötzlich hiess, man könne diese eine ganze Schicht lang tragen.

Ja, solche Dinge sind nicht ganz einfach zu vermitteln. Die Krux ist: Bei einem Ausbruch wie diesem, bei dem man nur wenig über den Erreger weiss, startet man immer mit einem Maximum an Sicherheitsmassnahmen. Du darfst nicht zu früh damit beginnen, sonst fehlt die Akzeptanz. Aber bist du zu spät, kommt es zu an sich vermeidbaren Übertragungen. Du rechnest also mit dem Schlimmsten und richtest alles darauf aus, dies zu verhindern. Und dann kommst du und sagst: Wir wissen jetzt mehr und sehen, diese und jene Massnahmen sind nicht weiter sinnvoll. Das kann für das Personal manchmal schwer nachzuvollziehen sein.

Die Frage steht halt im Raum: Wird alles getan, damit wir optimal geschützt sind?

Man neigt in einer solchen Lage dazu, zu meinen, man müsse immer das Maximum von dem machen, was theoretisch möglich wäre. Das ist jedoch weder praktikabel noch sinnvoll. Man muss damit leben, dass – wie überall sonst – auch in der Spitalhygiene die Ressourcen begrenzt sind. Um in einer solchen Lage Empfehlungen zu entwickeln, muss man immer abwägen, was man einsetzt und welchen Effekt damit erzielt werden kann. Sehen Sie: Wenn man ein Risiko halbiert, klingt das nach sehr viel. Aber nüchtern betrachtet: Was gewinnt man, wenn man unter hohem Verschleiss ein Risiko zum Beispiel von nur 0,2 Prozent auf 0,1 Prozent reduziert?

Es geht also darum, das Maximum aus dem Vorhandenen herauszuholen.

Selbstverständlich. Was die Ressourcen betrifft, sind wir in Basel in einer sehr glücklichen Position. Nicht nur vom Material her. In Basel arbeiten gleich mehrere Personen sehr direkt mit dem  BAG. Insbesondere über die nationale Expertengruppe für Infektionskontrolle, die Prof. Andreas Widmer vom Unispital präsidiert und bei der ich ebenfalls dabei bin. So vernetzt, wussten wir etwa von unseren Tessiner Kollegen aus erster Hand, was auf unsere Region zukommen könnte. Ich denke, diese Konstellation hat unser Handeln schon sehr geprägt.

Inwiefern genau?

Wir haben selber Entscheidungen treffen können. Am Anfang waren wir immer zwei, drei Schritte voraus. Wir konnten immer etwas mehr machen, als das BAG zum damaligen Zeitpunkt verlangt hätte. Ich glaube, was das gebracht hat, zeigt sich etwa darin, dass am Standort Basel schon sehr früh keine Übertragungen unter den Spitalangestellten mehr stattgefunden haben.

Für die Kinder scheint das neuartige Coronavirus weiterhin keine grosse Gefahr darzustellen. Selbst die angesteckten zeigen kaum Symptome. Können Sie uns kurz erklären, warum das Virus dennoch auch für das UKBB eine Krise ist?

Eine Pandemie wie diese betrifft einfach alle Institutionen eines Gesundheitssystems. Die Weisung des Bundes zum Beispiel, nur «dringende Fälle» zu behandeln, um Kapazitäten frei zu halten: Das betrifft das UKBB genauso – mit allen Konsequenzen. Ebenso, dass wir bei gegebenen Räumlichkeiten sicherstellen müssen, dass möglichst keine Vermischung von potenziell angesteckten und nicht angesteckten Patienten gewährleistet ist. Und stellen Sie sich vor, was wäre, wenn wegen des Virus plötzlich ein Grossteil des Personals ausfallen würde. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben ja nicht nur im Spital und könnten sich irgendwo anstecken und dann das Virus ins Spital tragen.

«Alle sind extrem gewillt, einen Zustand aufrecht zu erhalten, dass am UKBB weiterhin die Versorgung aller sichergestellt ist, die dies benötigen.»

Zur Debatte stand auch, dass das kindermedizinische Personal allenfalls bei den Erwachsenen aushelfen müsste. 

Das wäre aufgrund unseres öffentlichen Auftrags theoretisch möglich. In anderen Ländern kam es tatsächlich dazu. In England etwa wurden alle pädiatrischen Oberärztinnen und Oberärzte auf die Erwachsenenseite beordert, während bereits pensionierte Pädiater die entstandenen Vakanzen an den Kinderspitälern überbrückten. So etwas wäre für das UKBB natürlich auch eine grosse Herausforderung.

Ihre Empfehlungen haben im aktuellen Krisenmanagement viel Gewicht, sprich: Sie tragen eine grosse Verantwortung in einer sehr schwierigen Zeit. Wie gut schläft man da noch?

Vor allem am Anfang beschäftigte mich das schon. Vieles konnte man einfach noch nicht wissen. Von internationalen Partnern bekam ich zudem sehr direkt mit, wie es zum Beispiel in Italien ablief. Da wird einem schon etwas anders. Du willst, dass hier das Personal und die Patienten bestmöglich geschützt sind. Und da kommt das Gefühl auf: Deine Massnahmen können einen gewaltigen Unterschied machen! Ob das System weiter funktionieren kann, ob Einzelne betroffen sein werden, im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich. Zum Glück muss aber niemand die Verantwortung allein tragen, denn man trifft solch wichtige Entscheidungen immer auch gemeinsam mit anderen. Das ist auch das, was mir mein Mann jeweils sagte, wenn ich zuhause mal ins Grübeln kam.

Wie erleben Sie die Stimmung im UKBB?

Ich bin extrem beeindruckt von unseren Leuten. Auch von all den Zivis und Studierenden, die uns unterstützen. Alle sind extrem gewillt, einen Zustand aufrecht zu erhalten, der am UKBB weiterhin die Versorgung aller sicherstellt, die dies benötigen. Wir von der Spitalhygiene fühlen uns stets ein bisschen in einer unbequemen Position. Man ist immer der, der sagt: «Wir müssen aber auch noch an dieses und jenes denken, und vergesst bitte nicht, dass…» – Das kann schon nervig sein für unsere Kolleginnen und Kollegen. Und die sind ja ebenfalls Experten, die sich selber Gedanken machen. Darum sind Zeitpunkt und Nachvollziehbarkeit das A und O, wenn wir Empfehlungen aussprechen. Dann ziehen auch alle an einem Strick. Und die Empfehlungen müssen möglichst einfach sein, realitätsnah. Nur dann kann es funktionieren.

Ihr Telefon klingelte zeitweise ununterbrochen. Wer war da eigentlich alles am anderen Ende? Und was wollten die von Ihnen?

Am Anfang waren es vor allem Leute vom UKBB. Es ging meist um Handfestes.

Zum Beispiel?

Sie erinnern sich vielleicht an den Fall eins in der Region, eine Kita-Betreuerin. Da gab es mehrere Kinder, die mit ihr Kontakt hatten, und deren Familien standen dann natürlich bei uns auf der Matte. Das war zum Teil sehr emotional. Wir hatten noch keine Aussenstation vor dem Haus, wo der Notfall heute Verdachtsfälle abwickelt. Wir mussten mit dem arbeiten, was da war. Und da stehst du dann halt auf dem Notfall und hilfst.

Und all die anderen Anrufe, was ist mit denen?

In einer zweiten Phase waren dies eher die Ärztinnen und Ärzte aus den Praxen. Unsere Kommunikation mit ihnen war von Beginn weg intensiv. Und weil die in den Infolines des BAG zum Teil kaum noch durchkamen und auch der Kantonsarzt zeitweise sehr mit Telefonaten belastet war, stellte ich ihnen eben die Nummer meines Geschäftshandys zur Verfügung.

«Ich bin eigentlich viel mehr ein Bakterienmensch. Viren finde ich ganz furchtbare Erreger!»

Sie stemmten allein quasi eine ganze Hotline?

Naja, so viele sind das dann auch wieder nicht, das war schon okay. (lacht) Sehr viele weitere Telefonate führe ich bis heute mit dem Basler Gesundheitsdepartement, dem personalärztlichen Dienst des Unispitals, der auch unser Personal betreut, oder mit der Infektionsprävention des USB. Mittlerweile läuft mein Telefon aber zum Glück nicht mehr so heiss. Man ist aufgestellt und weiss, wie’s läuft.

Die Infektions-Kurve flacht in der Schweiz derzeit ab. Wie sehr hat Sie es eigentlich überrascht, dass wir überhaupt in eine derart aussergewöhnliche Lage geraten sind?

Mich hat bislang vielmehr überrascht, wie glimpflich wir davonzukommen scheinen. Das stimmt einerseits sehr positiv. Andererseits sind wir genau deshalb jetzt in einer heiklen Phase. Das Bewusstsein könnte verloren gehen, dass das Risiko noch immer da ist. Nicht nur die Bevölkerung, auch das Spitalpersonal sehnt sich nach einer gewissen Normalität im Alltag. Darum geht es jetzt darum, unsere Leute zu motivieren, weiterhin so engagiert bei der Sache zu bleiben. Ich meine, in Genf ist die Zahl der intensivmedizinisch Betreuten in nur zwei Tagen von fünf auf achtzig hochgeschnellt. Man muss einfach irgendwie den Schritt beibehalten, den wir jetzt haben.

Die Coronakrise ist ja für alle sehr einschneidend. Hat sie für Sie als Infektiologin auch etwas Faszinierendes?

Also ich müsste das echt nicht haben! Ich hatte schon vorher genug zu tun. (lacht) Faszinierend? Nein. Aber es ist sicher eine Gelegenheit, wahnsinnig viel zu lernen. Ich bin, wie viele andere im Haus auch, plötzlich mit Prozessen und Entscheidungen konfrontiert, wie ich sie sonst nie treffen müsste. Die Dienstwege sind auf einmal enorm kurz, man interagiert mit Personen, die man sonst gar nicht als wichtige Partner auf dem Radar gehabt hätte. Dafür bin ich dankbar und fände es fast schade, wenn das später wieder anders wird. Aber vom Fachlichen her? Ich bin eigentlich viel mehr ein Bakterienmensch. Viren finde ich ganz furchtbare Erreger!

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