Currently this content is only available in English.
Dieser Inhalt ist momentan nur auf Englisch verfügbar.

0900 712 712
(3.23 CHF / Min. aus dem CH-Festnetz, evtl. zusätzlich 8 Rp. / Min. in der Warteschlaufe durch Netzbetreiber)
0900 712 713
(3.12 CHF / Min. für Anrufe von Prepaid-Handys, evtl. zusätzlich 8 Rp. / Min. in der Warteschlaufe durch Netzbetreiber)

Notfallnummern

Anmeldung

Sie haben bereits ein Konto?

 

Sie sind noch nicht registriert?

Beratungstelefon für Notfälle 24h

0900 712 712

(3.23 CHF / Min. aus dem CH-Festnetz, evtl. zusätzlich 8 Rp. / Min. durch Netzbetreiber)

 
 

0900 712 713

(3.12 CHF / Min. für Anrufe von Prepaid-Handys, evtl. zusätzlich 8 Rp. / Min. durch Netzbetreiber)

Bei Notfällen im Ausland rufen Sie die Notfallnummer Ihrer Krankenkasse an. Diese finden Sie jeweils auf Ihrer Krankenkassenkarte.

 
 

Wichtige Notfallnummern

  • 144   Ambulanz
  • 145   Tox Info Suisse (Vergiftungen)
  • 117   Polizei
  • 118   Feuerwehr
 
 

Infoline zum Coronavirus

  • 058 463 00 00   Infoline des Bundesamts für Gesundheit (8.00 - 18.00 Uhr)

Kontakt Box

UKBB

Universitäts-Kinderspital beider Basel
Spitalstrasse 33
4056 Basel | CH

T +41 61 704 12 12
F +41 61 704 12 13

Kontakt

Zu welchem Thema möchten Sie uns kontaktieren?

Terminabsagen
Mahnung / Inkasso
Patientenabrechnung
Bitte kontaktieren Sie mich
Sonstiges
Empty
Terminabsagen

Für Terminvereinbarungen und -verschiebungen wenden Sie sich bitte an die Leitstelle Poliklinik +41 61 704 12 20

 
 
Mahnung / Inkasso

Mahnung / Inkasso

 
 
Patientenabrechnung

Patientenabrechnung

 
 
Bitte kontaktieren Sie mich

Bitte kontaktieren Sie mich

 
 

Wie möchten Sie kontaktiert werden?

 
Sonstiges

Sonstiges

 
 
Empty
 
 
 

Aggression im Kinderspital: Sebastian Fortmeier bringt das Personal auf Deeskalationskurs

UKBB Kommunikation, 27.12.2019

Im Spital möchte eigentlich jeder helfen. Aber manchmal stehen die Emotionen im Weg. Pflegefachmann Sebastian Fortmeier bringt dem UKBB-Personal bei, wie man brenzlige Situationen mit Patienten und besorgten Angehörigen vor einer Eskalation bewahrt.

von Martin Bruni

Stress, Sorgen, Wartezeiten: Da kann schon mal ein Kragen platzen. (Montage: Martin Bruni)
Stress, Sorgen, Wartezeiten: Da kann schon mal ein Kragen platzen. (Montage: Martin Bruni)

Im Besprechungszimmer fliegen die Fetzen. Das Gebrüll einer Frau dringt durch die geschlossene Tür auf den Gang. Was sie sagen möchte, bleibt unverständlich. Ihre Wörter verschwinden im eigenen Lärm. Klar ist nur: Sie hat endgültig die Geduld verloren, die Beherrschung sowieso.

«Hallo, hallo!», ruft ihr jetzt eine andere Stimme entgegen. Hände klatschen. «Jetzt hören Sie mir doch erst einmal zu!» Und dann passiert etwas Sonderbares: Die Welt hält still. Nur für einen Augenblick. Aber lange genug, dass sich die Vernunft wieder zurück ins Besprechungszimmer traut.

«Sehr schön, das reicht schon», sagt nun eine tiefe Männerstimme in entspanntem, aber klaren Ton. Diese Stimme gehört Sebastian Fortmeier. Er ist Pflegefachmann und Deeskalationstrainer am UKBB und hat die Lage im Besprechungszimmer voll im Griff. Er gibt darin gerade seinen Kurs. Lautstarke schauspielerische Einlagen der Teilnehmenden gehören zum Training dazu.

Erfahrung allein reicht nicht aus

Sebastian Fortmeier ist ein Bär von einem Mann. Gross, kräftig, gutmütig. Definitiv nicht der Typ, der Probleme magisch anzieht. Und doch hat der 39-Jährige in seinem Beruf schon einiges erlebt.

In Paderborn aufgewachsen, machte Sebastian Fortmeier seine ersten Schritte in der Pflege in verschiedenen Berliner Hotspots. Da kam einiges zusammen: Der besoffene Opa, der sich nach einem etwas flapsigen Spruch gleich mit einem prügeln will. Der bewaffnete Junkie auf der verzweifelten Suche nach dem Giftschrank. Oder der Durchgedrehte, der beinahe eine Arbeitskollegin erwürgt.

Das Engagement in Fortmeiers Kurs ist hoch. Jeder Teilnehmende weiss: Früher oder später wird er wieder mit einer brenzligen Situation konfrontiert sein.

«Das war mir irgendwann alles viel zu stressig», sagt Sebastian Fortmeier. Er musste feststellen, dass Erfahrung allein keine ausreichende Lehrmeisterin ist. Er sehnte sich nach Entlastung. «Darum habe ich damals schliesslich einen Deeskalationskurs besucht.»

Seither weiss er: Den Umgang mit solch schwierigen Situationen kann man tatsächlich lernen. Und dafür muss man nicht mal ein Bär von einem Mann sein.

Für Sebastian Fortmeier hat sich die Investition unmittelbar bezahlt gemacht: «Mein Arbeitsalltag war nach dem Kurs wesentlich entspannter.»

«Im Grunde deeskalieren wir uns immer selbst»: Sebastian Fortmeier ist der erste interne Deeskalationstrainer am UKBB. (Bild: Martin Bruni)
«Im Grunde deeskalieren wir uns immer selbst»: Sebastian Fortmeier ist der erste interne Deeskalationstrainer am UKBB. (Bild: Martin Bruni)

Weil herausforderndes Verhalten und Aggressionen von Patienten und Angehörigen eine enorme Belastung für das Spitalpersonal darstellen können, investiert auch das UKBB in dessen Schulung. Das Weiterbildungsangebot wurde dieses Jahr erneuert und das Training von bislang einem Tag pro Gruppe auf zwei Tage ausgedehnt. Und mit Sebastian Fortmeier verfügt das Kinderspital erstmals über einen internen Deeskalationstrainer. «Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könne, und ich durfte dann am Institut ProDeMa® die komplette Ausbildung machen», erzählt er.

Grosses Interesse bei Ärzteschaft und Pflege

Das Engagement in seinem Kurs ist hoch. Jeder Teilnehmende weiss: Früher oder später wird er wieder mit einer brenzligen Situation konfrontiert sein. Denn auch wenn es im UKBB deutlich ruhiger zu- und hergeht als in Erwachsenenspitälern, gibt es viel zu deeskalieren: Das verängstigte Kind, das sich vehement gegen eine Blutentnahme wehrt. Der betrunkene Teenager, der in der Wartezone auf dem Notfall alle blöd anquatscht. Und nicht zuletzt die Konflikte mit besorgten Eltern. «Sie sorgen wahrscheinlich für den grössten Aufwand», sagt Sebastian Fortmeier, «da ist es sicher hilfreich, wenn das gesamte medizinische Personal am selben Strang zieht.»

Man spüre, wie stark Eltern heute unter Druck stünden. Kommen zum Stress auch noch Besorgtheit und Wartezeiten dazu, sei das eine explosive Mischung. Sebastian Fortmeier kann das nachvollziehen. «Wir sind uns den Spitalbetrieb gewohnt. Aber die meisten Eltern kennen das natürlich nicht!»

Werden Patienten oder Angehörige ausfällig, hat dies selten einen feindseligen Ursprung. «Meistens ist Aggression Ausdruck der nackten Verzweiflung», sagt Sebastian Fortmeier.

In seinen Kursen geht es im Kern genau darum: um Verständnis und bewusstes Handeln. «Das Schauspielern ist da ein wertvolles Element», erklärt Trainer Fortmeier. «So nimmt man einmal die Perspektive des Querulanten ein. Man bekommt ein besseres Gespür dafür, was unterschiedliche Deeskalationsversuche mit einem machen – und welche Punkte man womöglich geschickter angehen könnte.»

Die teilnehmenden Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen sind extrem froh, dass sie in Sebastian Fortmeiers Kurs die grundlegenden Techniken der Prävention und Deeskalation verinnerlichen können. Auch bereits gemachte Erfahrungen kommen da immer wieder zu Wort. Das Training ist eine ideale Gelegenheit, um sein eigenes Verhalten zu reflektieren und voneinander zu lernen. Dies erst noch unterstützt durch Videoanalysen.

Den Sicherheitsdienst braucht es am UKBB selten

Zum Lerninhalt des Kurses gehört auch, seine persönlichen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. «Ich kann den Teilnehmenden leider nicht einfach ein paar Werkzeuge mitgeben und dann bewältigen sie künftig alle Konflikte mit Links», sagt Sebastian Fortmeier. «Dafür sind die Konflikte zu komplex und einzigartig.» Aber er kann den Teilnehmenden helfen, in einer schwierigen Lage die geeignete Haltung einzunehmen.

Die Helferin und das Biest: Im Training mimt eine Teilnehmerin ein Kind, das sich vehement gegen eine Blutentnahme wehrt. (Bild: Martin Bruni)
Die Helferin und das Biest: Im Training mimt eine Teilnehmerin ein Kind, das sich vehement gegen eine Blutentnahme wehrt. (Bild: Martin Bruni)

 «Im Grunde deeskalieren wir uns ja immer selbst», sagt Sebastian Fortmeier. Es eine Art Leitsatz, den die Kursteilnehmenden mitnehmen werden. Selber die Ruhe bewahren, wenn jemand ausrastet. Sich bewusstmachen, dass ausfälliges Verhalten im Spital selten einen feindseligen Ursprung hat. Nichts persönlich nehmen.

«Meistens ist Aggression Ausdruck der nackten Verzweiflung», erklärt Fortmeier. Entschärfen lasse sich die Situation in der Regel, wenn man das eigentliche Problem hinter dem sichtbaren Verhalten erkenne. Und dafür müsse man eben mit dem «professionellen Ohr» hinhören.

Im äussersten Fall mache es trotzdem Sinn, den Sicherheitsdienst einzuschalten. Eingreifen musste dieser im UKBB bislang zwar nur selten. Aber die Zusammenarbeit funktioniere hervorragend. «Die Jungs beweisen sehr viel Fingerspitzengefühl», findet Fortmeier.

Im Besprechungszimmer wird fleissig weiter trainiert. Die Theorie scheint zu sitzen. In der nächsten Übung soll ein magersüchtiges Teenager-Mädchen davon überzeugt werden, dass es sein Smartphone über Nacht abgibt. Und das dauert. Aber der Pflegefachmann macht alles richtig: Mit viel Geduld und geschickten Fragen geht er auf die protestierende Patientin ein, gewinnt so ihr Vertrauen und findet mit ihr zusammen schliesslich eine Lösung. Sie überreicht ihm ihr Handy. Die Eskalation bleibt aus.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? (0)

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Seite

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

Hier finden Sie uns auch
UKBB FacebookUKBB Youtube

Notfälle

Beratungstelefon
für Kinder- und Jugendnotfälle

0900 712 712

(3.23 CHF / Min. aus dem CH-Festnetz, evtl. zusätzlich 8 Rp. / Min. durch Netzbetreiber)

0900 712 713

(3.12 CHF / Min. für Anrufe von Prepaid-Handys, evtl. zusätzlich 8 Rp. / Min. durch Netzbetreiber)

Notfall im Ausland

Bei Notfällen im Ausland rufen Sie die Notfallnummer Ihrer Kranken-kasse an. Diese finden Sie jeweils auf Ihrer Krankenkassenkarte.

Tox Info Suisse

(Gift- und Informationszentrum)

145

Kontakt

Universitäts-Kinderspital beider
Basel, Spitalstrasse 33
4056 Basel | CH

Tel. +41 61 704 12 12
Kontaktformular

Lageplan

 

* Wir nutzen zur besseren Lesbarkeit jeweils nur die männliche Form. Selbstverständlich sind jedoch Frauen und Männer gleichermassen angesprochen.

Kontakt

Universitäts-Kinderspital beider
Basel, Spitalstrasse 33
4056 Basel | CH

Tel. +41 61 704 12 12
Kontaktformular

Lageplan

© UKBB, 2020