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In der Migrationsmedizin gibt es viel zu tun

UKBB Kommunikation, 17.09.2019

Während der Bund derzeit Asylzentren in der Schweiz schliesst, kehrt in der Migrationsmedizin vorerst keine Ruhe ein. Es gilt die geflüchteten und in der Schweiz aufgenommenen Kinder und Jugendliche aus anderen Ländern zu betreuen und in unser Gesundheitssystem zu integrieren. Dr. Julia Brandenberger trägt mit ihrer Forschung im Team von PD Dr. Nicole Ritz am UKBB dazu bei, dass dies immer besser gelingt.

von Aline Eberle und Martin Bruni

Leider reist die Dokumentation von medizinischen Behandlungen nicht immer mit. Dieser Junge erhält eine Polio-Impfung in Ethiopien. (Bild: ©Unicef)
Leider reist die Dokumentation von medizinischen Behandlungen nicht immer mit. Dieser Junge erhält eine Polio-Impfung in Ethiopien. (Bild: ©Unicef)

Die Sorgen stehen der Mutter im Wartebereich des UKBB ins Gesicht geschrieben. So viel hat sie verstanden: Ihre Tochter muss heute ins Spital. Das hat ein Arzt in der Praxis verordnet. Warum ihre Tochter ins Spital muss, ist der jungen Frau aus Syrien hingegen ein Rätsel geblieben. „Was hat sie denn bloss? Ihr geht es doch gut?“, fragt sie sich immer wieder. Einmal mehr greift sie in ihre Handtasche. Das Geld ist immer noch da. „Hoffentlich reicht das dem Arzt“, murmelt sie leise vor sich hin.

„Solche Situationen können bei uns in der Migrationsmedizin schon mal vorkommen“, sagt Dr. Julia Brandenberger. Sie forscht am UKBB auf diesem Gebiet, wo es seit 2015 eine migrationsmedizinische Sprechstunde gibt und ein Team für die Betreuung dieser Kinder und Jugendlichen aufgebaut wurde. 

Falsche Vorstellungen und Vorurteile

Zu Beginn ging es unter anderem darum, den steigenden Bedarf an Notfallbehandlungen von geflüchteten Kindern in Zusammenarbeit mit den Empfangs- und Verfahrenszentren und Kinderärzten effizient zu meistern. Aber auch nach vier Jahren nehmen die Zahlen in der migrationsmedizinischen Sprechstunde nicht ab, denn es gibt nach wie vor viel zu tun.

Heute geht es vermehrt auch um präventive Massnahmen und Gesundheitsförderung. „Hier zu investieren lohnt sich extrem“, weiss Brandenberger. Je nach Herkunftsland sind die Kinder mit ganz anderen Gesundheitskonzepten aufgewachsen und konfrontiert gewesen, als sie hier selbstverständlich erscheinen. Zahnhygiene, Impfungen, den rationalen Gebrauch von Antibiotika – mit solchen Dingen müssen sich manche Familien erst vertraut machen. „Ohne die Migrationsmedizin würden viele Kinder durchs Raster fallen“, sagt Brandenberger.

«Auf der Flucht wurden Kinder und Familien teilweise von medizinischem Personal verraten oder gefoltert.»

Eine der grössten Herausforderung sei die Kommunikation. Denn wo keine Verständigung möglich ist, wird es nicht nur schwierig mit dem Behandeln, es fehlt auch das nötige Vertrauen. Darum seien Dolmetscher eminent wichtig, wie sie das UKBB dank Drittmittel einsetzen kann. „Auf der Flucht haben einige Kinder und Familien Schlimmes erlebt und wurden teilweise von medizinischem Personal verraten oder gefoltert. Wir müssen dafür sorgen, dass die Kinder und ihre Eltern merken, dass wir ihr Bestes wollen und sie selbst mitentscheiden können, was getan werden soll.“

Falschen Vorstellungen und Ängsten begegnet Brandenberger aber nicht nur auf Seiten der Migranten. Behauptungen wie die, dass Flüchtlinge Krankheiten einschleppen und die hiesige Bevölkerung gefährden würden, sind immer noch verbreitet. „Unsere Studien zeigen: Im Bereich der häufigsten Infektionskrankheiten unterscheiden sich asylsuchende Kinder, die in der Schweiz ankommen, nicht gross von Kindern, die hier aufwachsen. Zum Teil ist es sogar umgekehrt“, so Brandenberger, „asylsuchenden Kindern machen lokale Erreger zu schaffen, die sie von zu Hause nicht gewohnt sind.“

Weite Wege und fehlende Standards

Eine weitere grosse Herausforderung in der Migrationsmedizin ist die Kontinuität der Behandlungen. Bis eine geflüchtete Familie mit ihren Kindern aus ihrer Heimat in der Migrationssprechstunde in Basel landet, wurde sie auf ihrem Weg je nach dem schon an unterschiedlichen Orten medizinisch versorgt. Doch die Informationen, was wo gemacht wurde, bleiben nicht selten auf der Strecke. „Aus ethischer Sicht kann es nicht sein, dass jemand zum Beispiel dieselbe Impfung mehrfach erhält, nur weil die Informationen nicht effizient dokumentiert werden“, findet Brandenberger. Sie hofft, dass sich dereinst entsprechende Standards europaweit etablieren.

Bis hierfür seitens der Politik die Grundlage geschaffen wird, ist es noch ein langer Weg. Die junge Mutter aus Syrien im UKBB-Wartebereich hingegen wurde inzwischen behandelt. Die Verunsicherung ist einer grossen Erleichterung gewichen. Ihre Tochter ist nicht schwer krank, hat ihr die Dolmetscherin übersetzt. Es wurden Blutuntersuchungen durchgeführt und sie wurde geimpft.

Die Mutter staunt: «Erst war ich nervös: Warum muss ich ins grosse Spital, ist mein Kind so krank? Wie soll ich mich verständigen? Aber dann kam die Dolmetscherin und hat mir zusammen mit der Ärztin alles erklärt. Meine Tochter ist gesund und alle haben mich mit Respekt behandelt, ich bin sehr froh!» Das nächste Mal wird es ihr deutlich leichter fallen, ins UKBB zu kommen.

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