Wegen einer schweren allergischen Reaktion nach einem Bienen- bzw. Wespenstich wurde beim Patienten* die Durchführung einer Immuntherapie mit Bienen- bzw. Wespengift vorgeschlagen. Durch regelmässige Injektionen des verantwortlichen Allergens kann die Krankheit in vielen Fällen dauerhaft erfolgreich behandelt werden.
Bei der Immuntherapie wird zwischen einer Einleitungs- und Erhaltungsphase unterschieden. Bei der Einleitungsphase wird die Dosis aus Sicherheitsgründen in kleinen Schritten gesteigert. Die Einleitungsphase wird üblicherweise im Spital in einer ultraschnellen Behandlungsform (Ultrarush) unter Intensivüberwachungsbedingungen innerhalb weniger Stunden vorgenommen. Die Erhaltungsdosis wird innerhalb von einigen Stunden erreicht. Aus Sicherheitsgründen ist eine Überwachung für mehrere Stunden nach der letzten Injektion notwendig. Diese Behandlung dauert üblicherweise von ca. 8.00 bis 17.00 Uhr.
Während der Erhaltungsphase von üblicherweise 3 bis 5 Jahren Dauer werden die Erhaltungsdosen einmal monatlich durch den Kinderarzt oder behandelnden Arzt injiziert (falls dies nicht möglich ist, oder in Ferienzeiten, kann die Behandlung in der Allergologischen Poliklinik im UKBB durchgeführt werden). Es handelt sich dabei um eine subkutane (unter die Haut applizierte) Injektion und ist daher viel weniger schmerzhaft als eine Impfung, die intramuskulär (in den Muskel) durchgeführt wird. Der Schutz ist bereits nach der Einleitungsphase vorhanden, damit er aber erhalten bleibt, ist die
Erhaltungsbehandlung notwendig.
Nach üblicherweise drei Jahren findet eine erste Überprüfung der immunologischen Situation (Blutprobe) statt. Dann wird entschieden, ob weitere Jahre behandelt werden muss oder ob die Behandlung vorzeitig abgeschlossen werden kann.
Bei dieser Therapie ist mit lokalen Nebenwirkungen, d.h. Schwellungen am Injektionsort zu rechnen.Allgemeinreaktionen, ähnlich wie sie nach dem Stich auftreten können (z.B. Rötung am ganzen Körper, Quaddeln, Juckreiz, Lippen-, Augen- und Zungenschwellung, Atemnot, Blutdruckabfall,Schwindel, Durchfall, Schockreaktion), sind ebenfalls möglich, aber sehr selten.
Aus Sicherheitsgründen sind die Überwachungsphasen so gewählt, dass allfällige Reaktionen sofort behandelt werden können. Sollten später schwerere allergische Reaktionen auftreten, sollte das Notfallset eingenommen und ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
Bei starken Lokalreaktionen wird die behandelndes Ärztin oder der behandelnde Arzt ein Antiallergikum verordnen, welches eine Stunde vor der Injektion eingenommen werden kann. Es hat sich bewährt, die Einstichstelle mit einem Coldpack zu kühlen, was auch zu Hause durchgeführt werden kann. Bis 12 Stunden nach der Injektion sollten starke körperliche Anstrengungen vermieden werden.
Wegen möglicher Komplikationen muss die behandelndes Ärztin oder der behandelnde Arzt vor jeder Injektion über aufgetretene Erkrankungen, Impfungen und Medikamenteneinnahme unterrichtet werden. Bei Problemen (auch Infektionen, Grippe etc.), die kurz vor oder während der Behandlung auftreten, muss die Ärztin oder der Arzt ebenfalls unverzüglich informiert werden.
Die Medgate Kids Line liefert schnell und unkompliziert medizinischen Rat, wenn es Ihrem Kind nicht gut geht. Rund um die Uhr steht Ihnen das medizinische Team unseres Partners Medgate telefonisch zur Verfügung.
Für Notfälle im Ausland: Rufen Sie die Notfallnummer Ihrer Krankenkasse an. Diese finden Sie jeweils auf Ihrer Krankenkassenkarte.
Mehr Informationen: Auf der Seite der Notfallstation finden Sie alles Wichtige zu Verhalten in Notfällen, typischen Kinderkrankheiten und Wartezeiten.
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