Säuglinge und Kleinkinder mit schweren Fütter- und Ernährungsproblemen, mit oder ohne Sondenabhängigkeit. Kinder mit Verdacht auf eine Fütterstörung durchlaufen vorgängig immer eine ambulante Diagnostikphase. Nach einer ambulanten Abklärungsphase kann eine Beurteilung der Fütter-, Ernährungs- oder Gedeihstörung bzw. der Voraussetzungen für eine Sondenentwöhnung unter stationären Bedingungen notwendig sein.
Die stationäre Behandlung von Fütterstörungen und Sondenentwöhnungen erfolgen interdisziplinär in Zusammenarbeit mit der Pädiatrie, der Logopädie, der Ernährungsberatung, der Pflege und der Kinderpsychiatrie. Alle Spezialgebiete übernehmen dabei tragende Rollen im therapeutischen Prozess und sind im ständigen Austausch.
Unser Behandlungskonzept ist familienzentriert und darauf ausgerichtet, eine gesunde Entwicklung der frühen Eltern-Kind-Beziehungen zu unterstützen und zu fördern. Deshalb ist die Anwesenheit der Eltern während des gesamten Aufenthaltes erforderlich.
Alle Schritte der Behandlung werden an die individuellen Bedürfnisse der Familie angepasst und mit ihnen besprochen. Es findet wöchentlich immer dienstags um 11.30 Uhr eine Besprechung statt, an der das weitere Vorgehen im interdisziplinären Team besprochen wird. Die Familie wird im Anschluss über die Ergebnisse informiert. Der Therapieerfolg ist abhängig von einer guten Kooperation zwischen Behandlungsteam und den Eltern. Fehlende Kooperation der Eltern kann zu einem Therapieabbruch durch das Behandlungsteam führen.
Die Behandlung basiert auf grundlegenden Regeln wie klar strukturierte Mahlzeiten, keine Anwendung von Zwang, Eltern essen gemeinsam mit den Kindern und das Aufrechterhalten eines geregelten Tagesablaufs.
Im Rahmen der Behandlung kann es zu einem Gewichtsverlust von bis zu 10% des Körpergewichts des Kindes kommen. Das ärztliche Team überwacht den Gesundheitszustand des Kindes fortwährend und kann bei einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes frühzeitig handeln.
Die stationäre Behandlung von Fütter- und Ernährungsproblemen, mit oder ohne Sondenabhängigkeit im UKBB, gliedert sich in drei Phasen:
In der ersten Phase geht es darum, das Kind und seine Familie die wechselseitigen Bedürfnisse, Belastungen aber auch Ressourcen möglichst differenziert kennen zu lernen, um das Behandlungskonzept darauf abstimmen zu können. In dieser Phase soll die Auseinandersetzung mit den Themen „Essen und Ernährung“ für alle Beteiligten möglichst spannungsfrei erfolgen. Eine eventuell vorhandene Überempfindlichkeit im Mund-Rachenbereich, die die Nahrungsaufnahme erschweren kann, wird durch eine Desensibilisierungsbehandlung durch unsere Logopädinnen schrittweise abgebaut. Essen soll als etwas Interessantes, Lustbringendes (wieder)entdeckt werden, mit Essen darf experimentiert werden. Da die Sondierung in dieser Phase noch nicht nennenswert reduziert wird, muss Essen noch nicht dem Stillen von Hunger oder dem Gewichtserhalt
dienen.
In der 2. Phase erfolgt nun eine Reduktion der Sondenmenge. Die Sondierung wird soweit wie möglich auf die Nachtstunden verlegt, damit das Kind tagsüber Hunger als Motivation zu essen entwickeln kann. Die Gewichtsentwicklung wird engmaschig überwacht. Das Kind und seine Familie werden psychotherapeutisch betreut, denn in dieser Phase kann es durch die Sondenreduktion zu Gewichtsverlust von bis zu 10% des Körpergewichts kommen.
In der 3. Phase, in der das Kind nun einen nennenswerten Teil oder alle Nahrung oral zu sich nimmt, wird die Füttersituation stufenweise strukturiert. Mit den Familien werden Regeln, wie sie die Mahlzeitensituationen individuell gestalten wollen, besprochen. Ausserdem geht es darum, die auf Station erprobten und bewährten Schritte in die Alltagsituation zu Hause zu integrieren, den Stationsalltag also soweit wie möglich der Normalität eines Alltags zu Hause anzunähern. Auch die Planung einer möglichen ambulanten Weiterversorgung spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle.
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel zwischen 2-4 Wochen und ist abhängig von den Fortschritten und der Zusammenarbeit mit dem interdisziplinären Behandlungsteam.
Der Eintritt erfolgt jeweils dienstags um 13.30 Uhr. Das Datum für die stationäre Behandlung wird vorgängig im interdisziplinären Team besprochen und unter Berücksichtigung der Kapazität von Station A und den familiären Umständen gesetzt.
Die Zimmer sind für zwei Familien ausgelegt und bieten die Möglichkeit, dass immer ein Elternteil beim Kind übernachten kann. Das Essen für das Kind und die Eltern wird durch die Hotellerie bestellt und zubereitet. In der Regel wird zudem die Ernährungsberatung beigezogen.
Weitere Informationen finden sie auf der Homepage unter www.ukbb.ch.
Die obligatorische Grundversicherung übernimmt die Behandlungskosten. Im Rahmen der durch die Krankenkassen finanzierten Behandlungspauschale ist nur die Verpflegung für das Kind enthalten. Die Mahlzeiten der Eltern müssen von diesen selbst finanziert werden.
Die Entscheidung über den Austritt wird jeweils dienstags getroffen.
Im Anschluss an die stationäre Behandlung erfolgt eine Rückfallprophylaxe und Nachbegleitungsphase, um allfällige Rückschritte frühzeitig auffangen zu können. Dabei ist vor allem das Messen von Gewicht und Länge des Kindes bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt hilfreich. Die Familie wird ambulant weiterbegleitet durch die Kinderpsychiatrie oder die Ernährungsberatung.
Die Medgate Kids Line liefert schnell und unkompliziert medizinischen Rat, wenn es Ihrem Kind nicht gut geht. Rund um die Uhr steht Ihnen das medizinische Team unseres Partners Medgate telefonisch zur Verfügung.
Für Notfälle im Ausland: Rufen Sie die Notfallnummer Ihrer Krankenkasse an. Diese finden Sie jeweils auf Ihrer Krankenkassenkarte.
Mehr Informationen: Auf der Seite der Notfallstation finden Sie alles Wichtige zu Verhalten in Notfällen, typischen Kinderkrankheiten und Wartezeiten.
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