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Zwei SNF-Forschungsprojekte stärken die Kinderkrebsforschung am UKBB

08. Mai 2026

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt zwei Forschungsprojekte am Universitäts‑Kinderspital beider Basel (UKBB), die sich zentralen Fragen der Kinderkrebsforschung widmen. Die Projekte von Stephanie Gros und Christina Schindera beleuchten unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Aspekte einer Krebserkrankung im Kindesalter. Sie reichen von biologischen Krankheitsmechanismen bis zu den langfristigen Auswirkungen auf Wachstum und Gesundheit. Die Förderung würdigt die hohe wissenschaftliche Qualität der Forschung am UKBB und ihre Bedeutung für die Weiterentwicklung der pädiatrischen Medizin.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat zwei Forschungsprojekte im Bereich der pädiatrischen Onkologie am UKBB zur Förderung bewilligt. Die Förderzusagen gingen an Prof. Dr. med. Stephanie Gros, leitende Ärztin Kinderchirurgie, und PD Dr. med. Christina Schindera, PhD, Oberärztin pädiatrische Onkologie.

SNF‑Förderungen gelten als wichtiger Qualitätsnachweis: Sie werden in einem kompetitiven Auswahlverfahren vergeben und zeichnen Projekte aus, die wissenschaftlich überzeugen und eine hohe gesellschaftliche Relevanz aufweisen. Dass gleich zwei Projekte aus dem UKBB im Bereich der Kinderkrebsforschung berücksichtigt wurden, unterstreicht die Stärke und thematische Breite der Forschung am Standort.

Zwei Forschungsprojekte mit komplementären Fragestellungen

Wachstum, Gewicht und Langzeitfolgen nach Krebs im Kindesalter

Projektleitung: PD Dr. med. Christina Schindera – Co‑Leitung: PD Dr. Fabiën Belle (Universität Bern)

Grösse und Gewicht sind zentrale Indikatoren der Gesundheit von Kindern. Während und nach einer Krebsbehandlung im Kindesalter gibt es oft Probleme wie Gewichtsverlust, übermässige Gewichtszunahme, verlangsamtes Wachstum oder eine reduzierte Endgrösse nach Abschluss des Wachstums. Dies kann durch einen schlechten Ernährungszustand während der Behandlung oder Nebenwirkungen der Therapien bedingt sein, die Lebensqualität vermindern und zu Komplikationen wie Diabetes oder Herzproblemen beitragen. Gleichzeitig ist noch ungenügend bekannt, wie sich der Ernährungszustand von krebskranken Kindern und Überlebenden über die Zeit verändert und wer besonders betroffen ist.

Das SNF‑geförderte Projekt setzt hier an: Es nutzt Daten zu Grösse und Gewicht, die routinemässig in Spitälern erhoben werden. Durch die Verknüpfung mit dem Schweizer Kinderkrebsregister, der Swiss Childhood Cancer Survivor Study und nationalen Gesundheitsstatistiken kann die Entwicklung von betroffenen Kindern ab Geburt, während der Behandlung und danach untersucht werden. Eingeschlossen werden über 12’000 Patientinnen, Patienten und Überlebende aus der Schweiz, Portugal und Slowenien – eine der weltweit grössten Studien dieser Art. Analysiert wird, wie sich Gewicht und Grösse über die Zeit verändern, welche Muster auftreten und welche Faktoren – wie Krebsbehandlungen und Lebensstil – diese beeinflussen. Ziel ist herauszufinden, welche Kinder gefährdet sind, wann im Leben es besonders kritisch ist und ob die Probleme vorübergehend oder dauerhaft sind.

«Eine Krebserkrankung im Kindesalter wirkt oft weit über die Therapie hinaus. Wir möchten besser verstehen, welche Kinder langfristig besonders vulnerabel sind – und wie sie gezielter begleitet werden können.»
– PD Dr. med. Christina Schindera, PhD

Mit internationalen Partnern sollen die Erkenntnisse zudem in ärztliche Leitlinien zur Überwachung und Behandlung von Untergewicht, Übergewicht und Adipositas bei Überlebenden übertragen werden. Mehr Wissen über den Ernährungszustand nach Krebs im Kindesalter soll Fachpersonen helfen, Betroffene gezielter zu unterstützen, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität langfristig zu verbessern.

Warum Neuroblastome bei sehr jungen Kindern manchmal spontan zurückgehen

Projektleitung: Prof. Dr. med. Stephanie Gros

Das Neuroblastom ist der häufigste Krebs bei Kindern ausserhalb des Gehirns und verursacht etwa 15% der krebsbedingten Todesfälle. Trotz intensiver Behandlungen wie Chemotherapie, Operation, Bestrahlung und Immuntherapie ist die Prognose bei schweren Fällen oft schlecht. Gleichzeitig kommt es bei sehr jungen Säuglingen mit fortgeschrittenen Tumoren manchmal zu einer spontanen Rückbildung, während fortgeschrittene Tumoren bei älteren Kindern weiterwachsen. Warum das so ist, bleibt unklar – altersabhängige Immunfaktoren könnten hier eine entscheidende Rolle spielen.

Das Projekt untersucht daher, ob die Entwicklung des Immunsystems bei sehr jungen Kindern eine Rolle bei der spontanen Rückbildung von Neuroblastomen spielt. Wenn man herausfindet, welche Faktoren bei Säuglingen zur Tumorrückbildung führen, könnte dies helfen, neue Behandlungsmöglichkeiten für ältere Kinder mit fortgeschrittenem Neuroblastom zu entwickeln.

«Dass sich manche Tumoren bei sehr jungen Kindern spontan zurückbilden, ist ein bemerkenswertes Phänomen. Wenn wir verstehen, warum das geschieht, eröffnet das neue Perspektiven für die Behandlung schwerer Erkrankungen.»
– Prof. Dr. med. Stephanie Gros

Im Fokus stehen die Charakterisierung der molekularen und immunologischen Landschaft von spontan regressiven im Vergleich zu aggressiven Neuroblastomen (unter anderem mithilfe moderner Einzelzellanalysen) sowie die Untersuchung des Einflusses altersspezifischer Immunzellen mit Hilfe komplexer 3D‑Neuroblastom‑Modelle. Das Projekt ist interdisziplinär verankert und arbeitet unter anderem mit Partnern wie DBM, USB und DBSSE‑ETH in Basel zusammen.

Zwei unterschiedliche Projekte – ein gemeinsames Ziel

Auch wenn die beiden Forschungsprojekte unterschiedliche Schwerpunkte setzen, verbindet sie ein zentrales Anliegen: Krebserkrankungen im Kindesalter ganzheitlicher zu verstehen – von biologischen Krankheitsmechanismen bis zu langfristigen Auswirkungen auf Wachstum und Gesundheit. Während das eine Projekt Ursachen für unterschiedliche Tumorverläufe untersucht, liefert das andere wichtige Erkenntnisse dazu, wie sich eine Krebserkrankung und deren Behandlung langfristig auf den Körper von Kindern auswirken. Zusammengenommen tragen beide Projekte dazu bei, Krankheitsverläufe besser einzuordnen und die Betreuung von Betroffenen über akute Therapien hinaus weiterzuentwickeln

Forschung am UKBB als Teil eines starken Netzwerks

Die beiden SNF-geförderten Projekte sind in ein breites Netzwerk aus universitären, nationalen und internationalen Partnerinstitutionen eingebettet. Sie stärken die Position des UKBB als universitäres Zentrum für pädiatrische und chirurgische Forschung und unterstreichen die enge Verbindung von klinischer Tätigkeit und Wissenschaft.

Beratungstelefon für Kinder- und Jugendnotfälle

Die Medgate Kids Line liefert schnell und unkompliziert medizinischen Rat, wenn es Ihrem Kind nicht gut geht. Rund um die Uhr steht Ihnen das medizinische Team unseres Partners Medgate telefonisch zur Verfügung.

058 387 78 82
(Abrechnung über Krankenkasse)

Für Notfälle im Ausland: Rufen Sie die Notfallnummer Ihrer Krankenkasse an. Diese finden Sie jeweils auf Ihrer Krankenkassenkarte.

Mehr Informationen: Auf der Seite der Notfallstation finden Sie alles Wichtige zu Verhalten in Notfällen, typischen Kinderkrankheiten und Wartezeiten.

Wichtige Notfallnummern

144 Ambulanz
145 Tox Info Suisse (Vergiftungen)
117 Polizei
118 Feuerwehr

UKBB

Universitäts-Kinderspital beider Basel
Spitalstrasse 33
4056 Basel | CH

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