Erwachsene mit Lungeninfektion werden schneller gesund, wenn Ihnen entzündungshemmende Medikamente (Kortison), wie Bethamethason, verabreicht werden. Für Kinder gibt es bisher nur wenige Informationen darüber. Falls der Effekt ähnlich ist, wie bei Erwachsenen sind ein leichterer Krankheitsverlauf nach der Aufnahme ins Spital und ein kürzerer Spitalaufenthalt zu erwarten. Das Ziel dieser Studie war es herausfinden, ob die Gabe des Wirkstoffes Betamethason dazu beitragen kann, dass sich Kinder, die mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert werden, schneller erholen, ohne dass sich das Risiko einer erneuten Einlieferung ins Spital erhöht.
An der internationalen Studie nahmen Kinder im Alter von 6 Monaten bis 14 Jahren teil, die wegen einer Lungenentzündung im Spital behandelt wurden. 9 Spitäler in der Schweiz und 4 Krankenhäuser in Deutschland haben an dieser Studie mitgewirkt. Die Kinder bekamen zusätzlich zur gewohnten Standardtherapie entweder Betamethason oder ein Scheinmedikament (Placebo) für 2 Tage. Die Zuteilung in die Betamethason- oder Placebo-Gruppe erfolgte zufällig mittels Auslosung (Randomisierung). Anschließend wurde gemessen, wie schnell sich der Gesundheitsstand der Kinder stabilisierte (z. B. durch normale Herz- und Atemfrequenz und Sauerstoffwerte) und ob sie innerhalb von 4 Wochen nach Studieneintritt erneut ins Krankenhaus mussten. Dies wurde bei Telefongesprächen in Woche 1, 2 und 4 abgefragt.
Über einen Zeitraum von September 2018 bis Februar 2024 nahmen insgesamt 510 Kinder an der Studie teil. Das Zufallsprinzip entschied, dass 249 Kinder Betamethason erhielten und 260 Kinder Placebo. Beide Gruppen (Betamethason und Placebo) hatten ähnliche Eigenschaften. Die Hälfte der Kinder mit Betamethason stabilisiert sich nach 45.7 Stunden. Die Zeit bis zur klinischen Stabilisierung betrug in der Placebo-Gruppe 41.2 Stunden im Durchschnitt. Dieser zeitliche Unterschied ist statistisch nicht bedeutend. Auch beim Risiko, erneut ins Spital zu müssen, gab es keinen klaren Unterschied: In der Betamethason-Gruppe mussten 7,2 % der Kinder erneut eingeliefert werden, in der Placebo-Gruppe 5,4 %. Andere Faktoren wie die Aufenthaltsdauer im Spital, die Notwendigkeit einer Antibiotikabehandlung, das Auftreten ungewünschter klinischer Ereignisse und die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten waren in beiden Gruppen ähnlich. Hier zeigten sich in beiden Gruppen keine Unterscheide in der Sicherheit und Verträglichkeit der Behandlung.
Die Ergebnisse zeigen, dass Betamethason bei Kindern mit Lungenentzündung nicht zu einer schnelleren Stabilisierung oder früheren Entlassung aus dem Spital führt. Es gibt keinen Nutzen, Betamethason routinemäßig bei Kindern mit nicht lebensbedrohlicher Lungenentzündung einzusetzen.
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