Seit Januar bietet das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) jeden Montagvormittag Hundestunden für seine Patient*innen an. Die Einsätze der sechs ausgebildeten Sozialhunde sollen Ängste lindern, Schmerzen reduzieren und den Kindern eine wohltuende Auszeit vom Spitalalltag ermöglichen. Erste Rückmeldungen zeigen: Die Begegnungen wirken beruhigend, stärkend und oft geradezu befreiend.
Maffras Pfoten sind bereit zur Tat. Gegenüber der jungen Labrador-Hündin sitzt ein blonder Junge, in Hundejahren gerechnet in etwa gleich alt. Er hält ein Leckerli in der Hand. Maffras Frauchen erklärt ihm ruhig und einfühlsam, wie er das Leckerli langsam über Maffras Kopf nach hinten führen soll – und ihr im Moment, in dem sie den Po senkt, das Kommando «Sitz» geben darf. Es klappt perfekt. Der Junge strahlt.
Das UKBB setzt auf die unterstützende Wirkung von speziell ausgebildeten Sozialhunden. Seit Januar besuchen sechs ausgebildete Hunde die Patient*innen in einem speziell für sie definierten Bereich: Luz, Coco, Merlot, Raksha, Yaro und Maffra. Jeder Hund bringt eine eigene Persönlichkeit und besondere Stärken mit – vom ruhigen Kuschelhund bis zum verspielten Energiebündel.
Die Kinder verbringen jeweils rund eine Stunde mit den Hunden, begleitet von ihren Eltern. Teilnehmen können Kinder, die keine Angst oder Allergie gegenüber Hunden haben. «Mein Sohn war glücklich und hat für einen Moment seine Schmerzen vergessen», schildert ein Vater das Erlebte mit einem der Therapiehunde. «Der Hund brachte ihm Ruhe.»
Viele Kinder erleben diese Begegnungen als wertvolle Ablenkung vom Spitalalltag. «Die positiven Effekte dieser Hundestunden reichen von Angst- bis Schmerzminderung und sind wissenschaftlich belegt», sagt Melanie Capaul-Schmocker, Leitung Pflegeentwicklung am UKBB. Sie hat das Projekt nach langen Abklärungen schliesslich am UKBB umsetzen können. Mit sichtbarem Erfolg: «Oft entspannen sich die Gesichter der Kinder innert Minuten. Viele werden neugieriger oder mutiger im Kontakt. Und fast immer sehen wir ein Lächeln, das vorher nicht da war. Für uns ist das sehr wertvoll.»
Das Angebot folgt einem klar definierten Hygienekonzept und der UKBB-Hausordnung. Alle Hunde werden regelmässig tierärztlich untersucht und dürfen sich ausschliesslich in eng begrenzten Bereichen aufhalten. Vor jeder Teilnahme prüfen die behandelnden Fachpersonen sorgfältig, ob die Hundestunde medizinisch möglich und sinnvoll ist.
Ausgebildet werden die Sozialhunde-Teams durch die Blindenhundeschule Allschwil und Therapiehunde Schweiz. Sie leisten ihren Einsatz vollständig auf Freiwilligenbasis.
Maffra hat inzwischen genug von «Sitz» und Leckerlis. Jetzt bittet sie um Streicheleinheiten. Sie legt sich vor die Füsse des Jungen und lässt sich knuddeln. «Gut machst du das», lobt Maffras Frauchen. Der Junge beginnt zu erzählen – von seinem Hund zuhause, was dieser gerne mag und womit er seine Geschwister zum Lachen bringt. Seine Augen glänzen.
| Unsere sechs Sozialhunde im Überblick | |
| Luz | 6½ Jahre alt, sanft, ruhig und sehr menschenbezogen. Liebt Streicheleinheiten und schafft schnell Vertrauen bei Kindern. |
| Coco | Fünfjähriger Dalmatiner, ausgeglichen und kinderlieb. Zeigt gern kleine Kunststücke und ist ein geduldiger, freundlicher Kuschelpartner. |
| Merlot | Australian Labradoodle, intelligent und verspielt. Freundlich, arbeitsfreudig und ideal geeignet für Begegnungen mit Kindern. |
| Raksha | Lebhafte, fröhliche Mix-Hündin aus vier Hütehundrassen. Verspielt, aufgeweckt und immer bereit für Spiele, Tricks und kleine Abenteuer. |
| Yaro | Fünf Jahre alt, freundlich und verschmust, mit seinen typischen «Fledermausohren». Geduldig und ein verlässlicher Kinderliebling. |
| Maffra | Junge Labrador-Hündin, neugierig, verspielt und sehr aufmerksam. Liebt Tricks und Streicheleinheiten und verbreitet zuverlässig gute Stimmung. |
Die Medgate Kids Line liefert schnell und unkompliziert medizinischen Rat, wenn es Ihrem Kind nicht gut geht. Rund um die Uhr steht Ihnen das medizinische Team unseres Partners Medgate telefonisch zur Verfügung.
Für Notfälle im Ausland: Rufen Sie die Notfallnummer Ihrer Krankenkasse an. Diese finden Sie jeweils auf Ihrer Krankenkassenkarte.
Mehr Informationen: Auf der Seite der Notfallstation finden Sie alles Wichtige zu Verhalten in Notfällen, typischen Kinderkrankheiten und Wartezeiten.
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