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Orthopädie

Die Mitarbeitenden auf der Abteilung Orthopädie behandeln sämtliche Arten von Störungen und Krankheiten am Bewegungsapparat. Dazu setzen sie alle Therapieformen ein und nehmen sich somit der konservativen Behandlung wie der Physiotherapie oder der Schmerztherapie an. Wenn nötig führen die Kinderorthopäden Operationen durch.

Die Fachärzte erkennen und behandeln angeborene oder erworbene Fehler an Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen und verhindern neue. Mit regelmässiger wissenschaftlicher Arbeit verbessern sie ihre Behandlungsmethoden stetig.

Kernkompetenzen

Folgende Schwerpunkte werden am UKBB behandelt:

Fuss

Auffälligkeiten und Probleme an den Füssen sind die häufigsten Gründe, warum Eltern mit ihren Kindern einen Orthopäden konsultieren. Viele Probleme am Fuss nehmen ihren Ursprung in Kindheit und Jugendalter. Diese müssen nicht immer Beschwerden verursachen. Auch wenn viele dieser Auffälligkeiten nicht behandlungsbedürftig sind, benötigen dennoch einige Kinder eine orthopädische Behandlung oder Operation.

Für die Diagnostik stehen neben der ärztlichen Untersuchung alle notwendigen, modernen Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Ein besonderer Schwerpunkt der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit liegt hierbei in der funktionellen, biomechanischen Beurteilung des kindlichen Fusses und des gesamten Gangbildes. Hierfür steht ein modernes Ganglabor mit speziellen Methoden zur Analyse von Fussproblemen zur Verfügung (3D-Ganganalyse, Pedobarografie, Muskelsimulation). Ausgehend vom Problem des Patienten, legen die Ärzte zusammen mit den Eltern die beste Behandlung für das Kind fest.

Das Behandlungsspektrum umfasst unter anderem folgende Krankheitsbilder:

Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Fussproblemen legen die Orthopäden besonderen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und Orthopädietechnikern.

Die Mehrzahl der Fussprobleme im Kindes- und Jugendalter können ohne Operation behandelt werden. Sollte die konservative Behandlung nicht ausreichen, um eine Fehlstellung zu korrigieren, sind möglicherweise zusätzlich operative Massnahmen notwendig. Die spezifische chirurgische Prozedur und das Ausmass der Operation werden von der Art und dem Ausmass der Fehlstellung abhängen. Auch hier profitiert der Patient von einem breiten Repertoire sowohl moderner als auch altbewährter Behandlungsmethoden.

Gut- und bösartige Tumore am Bewegungsapparat bei Kindern

Der menschliche Bewegungsapparat kann von Tumoren betroffen sein. Die orthopädische Abteilung am UKBB bietet etablierte und interdisziplinär abgestimmte Therapien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit gut- und bösartigen Tumoren am Bewegungsapparat oder im Weichgewebe.

Spezialisten der Orthopädie arbeiten zusammen mit Fachleuten des Interdisziplinären Knochen- und Weichteiltumorzentrums der Universität Basel (KWUB). In regelmässigen Treffen werden Tumorfälle interdisziplinär besprochen und entsprechende Therapiepläne aufgestellt. Das KWUB ist eines der fünf interdisziplinären Behandlungszentren in Europa, das von der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Knochentumore anerkannt ist.

Die onkologischen und orthopädischen Experten am UKBB sind in nationalen und internationalen Fachkommissionen vertreten. Aufgrund der langjährigen Expertise und steten Präsenz auf wissenschaftlichen Kongressen und Fachveranstaltungen hat sich das KWUB am UKBB als ein überregionales Zentrum mit dem Angebot von modernsten Therapiekonzepten etabliert. Es unterstützt auch andere Zentren bei schwierigen Fällen durch die Erarbeitung von individuellen Therapieempfehlungen im Rahmen einer Zweitmeinung. Der Erfolg beruht nicht zuletzt auf der engen Zusammenarbeit mit allen zuweisenden Ärzten, mit den onkologischen Schwerpunktpraxen, der Hauskrankenpflege sowie den Angehörigen der betroffenen Patienten und den Selbsthilfegruppen.

Verletzungen und Beschwerden des Kniegelenkes von Kindern

Die Anatomie des Knies bei Kindern und Jugendlichen ist prinzipiell genau gleich aufgebaut wie bei Erwachsenen. Seit mehreren Jahrzehnten treten Verletzungen und Beschwerden des Kniegelenkes bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger auf. Die Ursachen dafür sind in zunehmender sportlicher Betätigung, aber auch in höherer Spitzenbelastung der Kinder und Jugendlichen zu suchen.

Häufige Verletzungen und Beschwerden

  • Wachstumsschmerzen
  • Schmerzhafte Reizung der Ansatzstelle des Kniescheibenbandes (Morbus Osgood Schlatter)
  • Ausgerenkte Kniescheibe (Patellaluxation)
  • Riss des Kreuzbandes
  • Meniskusverletzungen

Deformationen nach Knochenbrüchen bei Kindern

Wenn im Wachstumsalter Knochen brechen, kann es im Anschluss daran aus verschiedenen Gründen zu Deformationen kommen:

  • Verkürzung: Durch eine Verletzung der Wachstumszone des Knochens kommt es zu einer zunehmenden Verkürzung des betroffenen Knochens und/ oder einer Achsenfehlstellung.
  • Fehlheilungen: Der Knochen wächst nicht anatomisch korrekt, sondern verdreht (Achsen- und Rotationsfehlstellungen) zusammen.

Operieren oder nicht?

Ob eine solche unfallbedingte Deformation operativ korrigiert werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab, die bei jedem Patienten individuell beurteilt werden müssen:

  • Alter und Restwachstum
  • Ausmasse der Deformation
  • Beeinträchtigung der Beweglichkeit
  • Optische Beeinträchtigung
  • Wachstumsfugenbeteiligung 

Durch die Weiterentwicklung verschiedener Operationstechniken ist es heute möglich, minimalinvasiv Korrekturen und Verlängerungen am Knochen mit hochmodernen, motorisierten Implantaten durchzuführen.

Rückenbeschwerden und -schmerzen

Auch Kinder und Jugendliche können unter Rückenschmerzen und Haltungsschwächen leiden, Fehlbildungen einzelner Wirbel oder Deformationen grosser Teile der Wirbelsäule zeigen. Die Orthopädie am UKBB ist spezialisiert auf die Diagnose, sowie konservative und operative Behandlung aller Rückenprobleme, welche im Kindes- und Jugendalter vorkommen.

Rückendeformationen

Bei Fehlbildungen der Wirbelsäule (Fehlformen einzelner Wirbel oder Verknöcherung von Bandscheibenanteilen), Wachstumsstörungen – vorzugsweise im Pubertätsalter oder bei Wirbelgleiten – vor allem am Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein, kann es zur äusserlich sichtbaren Deformationen der Wirbelsäule kommen. Bei leichten Fällen reicht allenfalls eine physiotherapeutische Betreuung, bei fortgeschrittenen kommt eine Korsetttherapie infrage und in schwerwiegenden Situationen eine operative Therapie. Letztere richtet sich im wesentlich nach der Art der Fehlbildung oder Wachstumsstörung und kann entweder eine Operation mit einem so genannten Wachstumsimplantat (motorisiert oder nicht nur motorisierte Stäbe zur Korrektur und anschliessend wachstumsangepasster Verlängerung der Wirbelsäule) oder eine Korrektur mit Versteifung von Teilen der Wirbelsäule bedeuten.

Das Wirbelsäulen-Team bietet das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Therapien inklusive den modernsten motorgetriebenen Implantaten an. Die moderne Infrastruktur mit computerunterstützten Verfahren während der Operationen, eine moderne Rückenmarküberwachung während der grossen Eingriffe (Spinal Cord Monitoring), sowie die nahe Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Teams der Anästhesie und Intensivmedizin ermöglichen die Behandlung auch bei schwerwiegenden Problemen.

Rückenschmerzen

Auch Kinder und Jugendliche können unter Rückenbeschwerden leiden. Die Krankheitsbilder reichen von Rückenschmerzen und Haltungsschwächen bis zu Fehlbildungen der Wirbelsäule. Die Orthopädie am UKBB ist auf die Diagnostik und Behandlung spezialisiert.

In den meisten Fällen verschwinden Rückenschmerzen bei leichter Bewegung und Einnahme von milden Schmerzmitteln von alleine wieder. Im Gegensatz zu Erwachsenen findet sich bei Kindern aber – je jünger desto eher – häufiger eine fassbare Ursache für den Schmerz. Aus diesem Grund macht allenfalls ein Arztbesuch schon in einer frühen Phase Sinn.

Gangstörungen und Behinderungen aufgrund neurologischer und neuromuskulärer Erkrankungen

Die Neuroorthopädie behandelt und betreut Patienten mit neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen, das heisst Krankheiten des Nervensystems oder der Muskeln. Diese können sich in leichten Gangstörungen, aber auch in schweren Behinderungen mit ausgeprägten Deformationen äussern.

Die Neuroorthopäden stellen Diagnosen und behandeln die Folgen von Krankheiten des Nervensystems oder der Muskeln konservativ (Schienen, Botulinumtoxin  und Physiotherapie) sowie – wenn nötig – operativ. Besonders wichtig ist den Spezialisten eine regelmässige Begleitung ihrer Patienten über die vielen Jahre der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, um immer rechtzeitig die korrekten und notwendigen Massnahmen ergreifen zu können. Besonderen Wert legen sie auf interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen, die an der Behandlung eines Patienten teilhaben. Dazu wurden mehrere Sprechstunden ausserhalb des UKBB in der Nähe der Patienten eingerichtet.

Modernstes Ganglabor

Zur Unterstützung der Diagnose betreibt die neuroorthopädische Abteilung ein
Ganglabor. Dort werden mit modernsten technischen Hilfsmitteln Bewegungsablauf und –steuerung  analysiert. Diese Analyse zeigt, welche Bewegungen in welchem Moment und von welchen Muskeln ausgeführt werden. Dank dieser Untersuchung können beispielsweise die Ursachen für Hinken gefunden werden. Die Ganganalyse ermöglicht Fachleuten aber auch, den Erfolg einer Behandlung zu überprüfen.

 

Leitung Orthopädie

Auszeichnungen

sanaCert
SIWF
Ausgezeichnet für Kinder
 

* Wir nutzen zur besseren Lesbarkeit jeweils nur die männliche Form. Selbstverständlich sind jedoch Frauen und Männer gleichermassen angesprochen.

Kontakt

Universitäts-Kinderspital beider
Basel, Spitalstrasse 33
4056 Basel | CH

Tel. +41 61 704 12 12
Fax +41 61 704 12 13

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